Hüter der Schwelle

8.5.24 nach dem Firming in Eisenach
Hüter der Schwelle
Walter räuchert mich und Bernhard trennt mit der Rute meine Bande zur diesseitigen Welt, mit den Segenssprüchen dieser gütigen Männer trete ich frohgemut über die Schwelle in die Anderwelt, hinaus in die Wildnis – allein mit mir und der Natur, ohne Zelt, ohne Feuer, ohne Essen, ohne Uhr. Einen schönen Platz finde ich stromaufwärts direkt am Bach,
die Jagdhütte in Sichtweite oben am Berg beunruhigt mich zu Unrecht, aber die Wildschweinsuhle direkt hinter dem Baum, an dem ich meine Plane befestig habe lässt mich nach kurzer Abwägung alles wieder abbauen und weiterziehen.
Meinen Platz finde ich dann auf dem Kamm mit Blick auf den Bach, ein umgestürzter toter Baum und davor ein ganz kleiner neugeborener, der gerade seine Blütenknospen öffnet laden mich ein: hier zwischen Tod und Neugeburt bin ich richtig.
Als alles getan ist und ich sitze, auf das Wasser hinunterschaue und den Vögeln lausche stellen sie sich ein, meine Hüter der Schwelle, und da sind sie: Kälte und Unruhe. Es geht mir immer schlechter, weiß mich nicht zu lassen, werde nicht warm, finde keine Ruhe. Der graue Himmel lässt keine Tageszeit erahnen, die Kälte dringt mir in die Glieder, rastlos treiben die Gedanken. Schließlich erkenne ich meine alten Familienmitglieder: die Kälte des Vaters und die Unruhe der Mutter. Komm in die Gänge, Andreas, benutze deinen Verstand, deine Erfahrung und deine Kraft, deine Sinne und deine Intuition! Mit Singen und Beten, Atmen und Tai Chi werde ich ein bisschen wärmer, Ich schreibe ein Gedicht über den munteren Bach im Tal und sein vielstimmiges Gebrabbel und Gekicher. Ich begrüße die großen
Buchen, Eichen und Ulmen auf meinem Kamm und begreife, warum ich unten am Bach nicht bleiben konnte: hier, unter den Männern ist mein Platz, hier werde ich ruhig. Das Weibliche unten im Tal grüße ich von hier mit Dankbarkeit, Freude und Respekt.
Ich finde einen schönen langen Strecken und trete in den Kreis der großen Bäume. Ich bitte um ihre Weisheit und Kraft und um ihren Segen. Ihre Großzügigkeit wärmt mich und ihr freundlicher Spott macht mich ruhig. Nur Männer können Männer heilen, sagt Bernhard später. Die Kälte verlangt nach meiner Wärme, und ich verspreche, ich gebe weiter, was ich bekommen habe. Der Herr ist mein Hirte, aber mein Stecken und Stab werden die Zuversicht weitergeben.
Früh bin ich wach, packe meine Sachen und sitze: das Morgenkonzert der Vögel, die vielen kleinen Stimmen des Bachlaufs im Tal, der heitere Ernst der großen Bäume auf der Höhe, die dunklen umgefallenen Stämme und unter ihnen die Schösslinge mit ihrem frischen Grün.
Dann ruft mich Manfreds Trommel, Bernhard begrüßt mich an der Schwelle, reich beschenkt kehre ich zurück zu den Menschen.

Andreas

Bachlauf, du munterer
spül meine Schmerzen
wieder zurück zu mir
zu lange steckten sie fest
unter dem Staudamm der Lüge.

Zu lange saß ich am breiten Fluss
der unterworfenen Städte
gefügig gemacht durch den
steinernen Frieden trug er
die Lastkähne wie ein stummes Tier

Du aber kleiner Bach
du gluckst und kicherst
bei jedem neuen Hinternis
und dein vielstimmiges Gelächter
heilt mein schmerzloses Leid.

Andreas

Du entscheidest!

Der Imperativ in der Überschrift nimmt die Antwort vorweg. Du entscheidest!
Doch wie lautet die dazu gehörende Frage? Bevor dieses „Geheimnis“ gelüftet wird,
zunächst eine kleine Einordnung.

Vor einigen Wochen haben wir ein neues Jahr begonnen. Viele nehmen sich im
Jahreswechsel an Silvester Dinge vor und machen sich an einem Abend gute Vorsätze
fürs neue Jahr. Du auch? Ich schon!
In diesem Jahr habe ich die Raunächte gefeiert. 13 Wünsche galt es zu formulieren. Während 12 Wünsche an Gott und an das Universum abgegeben werden konnten, indem sie Nacht für Nacht verbrannt wurden, liegt die Erfüllung des letzen Wunsches in der eigenen Verantwortung. Niemand und nichts kümmert sich darum, wenn ich es nicht selber mache. Ich entscheide, ob der Wunsch ein Wunsch bleibt oder ein Ziel wird, das eine Chance auf Realisierung hat.
Mein 13. Wunsch lautet: Der neue Disponent macht seine Arbeit gut! Und ich habe mehr Zeit für mich. Der „Disponent“ ist in dem Fall keine angestellte Person, sondern eine Figur aus meinem inneren Team.

Der „alte Disponent“ hat alle freien Zeiten mit beruflichen Terminen gefüllt. Das logische Ergebnis war viel Arbeit, zu viele Anforderungen, wenig Erholung und gelegentlich streikte meine Motivation und ich fand mich am Rande meiner Kräfte wieder.

Da der Wunsch kein Wunsch bleiben sondern Realitiät werden soll, habe ich einen „neuen Disponenten“ eingestellt. Weniger prosaisch: Ich habe mir ein Ziel gesetzt. Ich will mehr Achtsamkeit und mehr Augenmaß im Umgang mit meinen persönlichen Kräften, meinen Grenzen und meinen Ressourcen üben. Ich will Zeiten einplanen, die auch wirklich frei bleiben, die der Muße und der Entspannung dienen. Ein toller Gedanke und eine schöne Perspektive!

Und dann merke ich, wie sich in dieses Ziel Vorbehalte mischen, wie mehrere ABER sich Raum verschaffen wollen. Was mache ich mit der Zeit, die dann mehr ist? Wird mir dann nicht langweilig? Habe ich Hobbies?
Solche und ähnliche Fragen schlichen sich ein. Zunächst schüttelte ich den Kopf. Dann schaute ich noch etwas tiefer und es stellten sich neue, existentiellere Fragen: Was ist das Maß für genug? Was denkst du wirklich über dich? Bist du, was du schaffst? Bemisst du dich selbst nach deiner Leistung?

Tja, was bin ich, wenn ich weniger oder nichts mehr leiste? Die Frage geht mir nah, sie trifft mich und macht mich unruhig. Sie wartet auf Antwort und so wird die Frage mich begleiten. Wohl nicht nur die ersten Wochen, sondern mindestens das gesamte Jahr über. Niemand wird die Entscheidung für mich treffen. Ich werde entscheiden und Antworten finden. Und es geht um viel. Es geht um mich, um meine Gesundheit, um mein Leben. Ich entscheide, wo die Reise hingehen wird.

Vielleicht hast du ähnliche Fragen. Vielleicht befindest du dich auch auf dieser inneren Reise. Dann lass uns, wenn wir uns sehen, darüber reden und uns Anteil geben.
Ich freue mich an deiner inneren Reise Anteil haben zu dürfen.

Peter H.

Initiiert – und nun?

(M)ein steiniger Weg

Wenige Tage nach meiner Initiation im Juli wollte ich eine Art Erfahrungsbericht für diesen Blog schreiben. Das war die Idee. Im September habe ich dem Admin hier angekündigt, einen Blogbeitrag zu schreiben – wohl auch, um mir etwas Druck zu machen, endlich anzufangen. Jetzt im Februar – mehr als ein halbes Jahr nach der Initiation – sortiere ich zum x-ten Mal meine Gedanken und versuche sie in einen Text zu gießen. Vermutlich braucht es einfach Zeit, das Erlebte und meine Gefühle dazu, zu sortieren und in Worte fassen zu können. Außerdem brauche ich generell für viele Dinge (alle?) sehr, sehr, sehr… viiieeeel Zeit, gefühlte Ewigkeiten. Leider (?) Gottes habe ich diese Eigenschaft an meinen Sohn „vererbt“. Bei ihm treibt sie mich regelmäßig zur Weißglut (und wie…)

Vielleicht braucht es auch einfach nur diese Zeit, um meinen Stein zu finden. Später mehr dazu.

Was nun also? Ich bin initiiert. Und jetzt?

Kurz gesagt:

Ich habe absolut keine Ahnung. 🙂 Ich habe wahrscheinlich mehr Fragen als vorher – mit Sicherheit auch welche, die ich (mir) vorher (noch) nicht gestellt habe, und welche, die ich mich (früher) nicht getraut habe (mir) zu stellen.

Ich versuche mich mal an (m)einer Antwort auf die Frage „Und nun?“:

Die gemeinsamen Tage der Initiation unter vielen Männern haben mich sehr berührt und nachhaltig beeindruckt.

Begeistert von dieser Erfahrung wollte ich einen „Tschakka-Text“ für den Blog schreiben: „Yeah, ich war dabei. Jetzt wird alles anders. Ich habe gleichgesinnte Männer getroffen, kennen und schätzen gelernt. Ich bin nicht allein. Jetzt wissen wir wie es geht. Auf geht’s, los! Jetzt wird alles gut.

Ein paar Wochen später fühlte sich das alles schon anders an.

An das Erlebte konnte ich nicht mehr anknüpfen. Eine gewisse Enttäuschung und Traurigkeit machte sich in mir breit. Ich wollte die Eindrücke, Gefühle, Gespräche, unsere Gemeinschaft unter Männern… – alles – konservieren und festhalten.

Ich versuchte Kontakt zu anderen Männern, zu „meinen“ Männern aufzunehmen: per E-Mail, per Telefon, über ein Forum. Das war nicht dasselbe. Ich wollte meine Erinnerungen wach halten. Ich war doch so begeistert und berührt. Die wohligen Gefühle verblassten immer mehr.

Ungefähr in dieser Zeit kündigte ich dem Admin diesen Text an – wohl auch mit der Hoffnung, die Erfahrungen im Sommer wieder auffrischen, mich wieder mit dem Erlebten verbinden zu können, wieder zu fühlen. Irgendwann in dieser Zeit muss ich dann meinen Stein gefunden haben.

Er lag mitten in der Stadt am Straßenrand direkt vor meinen Füßen.

Sofort verband ich mit ihm etwas, das mir jemand während meiner Initiation schenkte. Das gefiel mir, ich steckte den Stein ein. Ich verband damit die Hoffnung, mich besser, öfter, einprägsamer an die bewegenden Tage im Sommer erinnern zu können. Jedes Mal, wenn ich ihn in die Hand nahm, wollte ich mich erneut berühren lassen, meinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen, es anschubsen.

Ein Stein des Anstoßes?

Trotz dieser handfesten „Merkhilfe“ rannen mir die angenehmen Erinnerungen wie Sand durch die Finger. Ich wollte sie so gerne (im Herzen) bewahren und das gelang mir nicht. Irgendwie schien es nicht machbar, unmöglich zu sein, sie festzuhalten. Und dann kam der Herbst: immer kürzere Tage, trübe Tage, immer mehr Dunkelheit.

Ganz anders als sonst merkte ich in diesem Jahr – zu meinem Erstaunen – wie sich der Spätherbst auf mein Gemüt auswirkte. Mit der sich ausbreitenden Dunkelheit wurde meine Stimmung von Tag zu Tag düsterer. Ich schlief schlecht, machte mir viele Gedanken, alles war eingetrübt. Mit den immer kürzeren Zeiten von (Tages-)Licht, wurde ich melancholischer, immer mehr Trübsal und Schwermut machten sich breit. Meine Lebensenergie und -freude vom Sommer schwand und schwand.

Das war hart – für mich und für mein direktes Umfeld. Sehr hart. Auf eine gewisse Art und Weise war ich erstarrt – zu Stein geworden.

Hart wie mein Stein?

Diese Phase ist nach wie vor noch nicht komplett vorüber. Aber inzwischen habe ich das Gefühl wieder, Boden unter die Füße zu bekommen. Das fühlt sich gut an und macht mich zuversichtlich. Die Wintersonnenwende ist – zum Glück – passé. Die Tage werden wieder länger. Es wird immer heller. Licht.

Danach sehne ich mich. Nach Licht, nach Sonne, nach Wärme.

Nach Erwachen, nach Wachsen, nach Gemeinschaft, nach Austausch, nach Tiefe, nach Berührung…

Irgendwie so wie ich mich im Sommer mit „meinen“ Männern bei der Initiation fühlte.

Seit dem Spätsommer begleitet mich mein Stein auf Schritt und Tritt – jederzeit griffbereit in meiner linken Hosentasche. Auf jedem Weg ist er dabei. Mein Stein gibt mir Halt, Festigkeit, Standhaftigkeit – eine gute Basis, um mit mir in Kontakt zu sein, mit mir in Verbindung zu gehen, wenn ich ihn in die Hand nehme. Und mein Stein ist eine wunderbare „Merkhilfe“, mit dir, lieber Bruder, gemeinsam auf dem (Pilger-)Weg und verbunden zu sein.

Nachwort

Vor einigen Tagen habe ich meinen Stein verloren.

Ich vermute, dass er mir aus der Hosentasche gerutscht ist, als ich meinen Schlüssel herausgeholt habe. Ich hatte mich auf eine Bank in die Sonne gesetzt und wollte die Wärme genießen. Einen Tag später fiel mir auf, dass mein Stein weg ist. Wo konnte er nur sein? Ich war traurig. Kann ich ihn wiederfinden? Wo soll ich ihn suchen?

Ich habe mich entschieden ihn nicht zu suchen. Von meinem Stein habe ich mich verabschiedet. Vielleicht soll es so sein.

Ich interpretiere es so: ich brauche meine Merkhilfe nicht mehr. Nun „schleppe“ ich ein Ding weniger mit mir herum, eine „Last“ ist „abgefallen“. Vielleicht ist es eine Übung loszulassen, nicht an Dingen festzuhalten. Vielleicht ist es ein Hinweis, die Idee an sich von dem „Ding“ zu unterscheiden. Der Stein steht nur für die Erinnerung an die Initiation, an die Gemeinschaft, den Kontakt und die Verbindung, der Stein ist nur ein Symbol. Gemeinschaft, Kontakt und Verbundenheit finde ich nicht im oder mit dem Stein. Ich glaube viel mehr der Verlust soll mir sagen: Trau dich, lass los. Du kannst auch so mit dir, mit Männern, mit der Schöpfung in Kontakt gehen, dich verbinden und eins werden.

P. S. Während der Initiation war ich ich mit „meinen“ Männern in der Gruppe „Petrus“ – der Fels, das Fundament. Vielleicht ist mein Stein ein kleiner Fels, eine Basis, auf der ich etwas (auf-)bauen kann. Sicher keine Kirche ;-), aber vielleicht mehr Verbundenheit mit mir und der Welt.

P. P. S. Vielleicht hat auch meine erste Teilnahme an der Ratsversammlung Anfang diesen Jahres dazu beigetragen, leichter in Kontakt mit mir und den anderen Männern zu kommen. Aber nur vielleicht. 😉

Männer, ich spüre die Verbundenheit. Danke!

L. P.

Es ist Unglaublich…

„Achtung Erzählung. Ein wenig Geduld fürs Erzählen, bitteschön. Und dann Geduld durch das Erzählen!“ (1)

Schon vieles hatte ich bis dahin in meinen gut 44-jährigen Leben erlebt. Da war die Kapitulation vor der Sucht 11 Jahre zuvor, da war das oft so schmerzvolle Eingeständnis meiner eigenen Egozentrik und das Verständnis dafür, dass ich mir meine Probleme im Wesentlichen immer selbst kreiert hatte. Ich durfte erfahren, dass ich aus einer dysfunktionalen Familie, die zutiefst trauma-geschädigt ist, stamme und konnte sehen, dass es mir selbst nie gelang, gesunde Beziehungen dauerhaft zu pflegen und zu erhalten. Es schien, als ob ich eine Art Seelenerbe mit mir rumtrug.

All das durfte ich erkennen, benennen und annehmen durch die heilsame Mystik des 12-Schritte-Programms und begleitet von einem tiefen Glauben, der daraus wuchs, durfte ich akzeptieren, dass die Reise zu mir selbst – zu meinem wahren Selbst – wohl nie enden wird.

Was mir aber am 18. Dezember 2020 von meiner eigenen Mutter berichtet wurde, hätte mir die Beine wegziehen können. Es ist zu umfangreich, hier zu beschreiben, was genau geschah. Ich kann Euch Brüdern aber berichten, dass von jetzt auf gleich meine bis dahin gelebte Identität verpuffte. Alles hatte mit meinem Vater zu tun – dem Mann, den ich bis dahin für meinen Vater hielt.

Ich erfuhr an diesem Tag, dass ich nicht der Sohn dieses Mannes bin, mit dem ich gerade erst den Weg der scheinbaren Versöhnung eingeschlagen hatte, weil ich erkannt hatte, dass mein „Vaterhunger“ (2) fast unerträglich geworden war.

Es folgten wirklich krasse Wochen, in denen ich so manches Mal befürchtete, verrückt zu werden. Wie sollte ich mit dieser neuen Wahrheit umgehen? Mit wem sollte ich darüber reden? Was würde all das für Konsequenzen haben?
Nur „scharfe Kanten“ (3) im Umgang mit meinen bis dahin angeeigneten Ritualen wie Gebet, Selbstüberprüfung, Meditation und das Vertrauen auf einen Gott, den ich bis heute viel zu oft nicht verstehe und ihn zum damaligen Zeitpunkt oft genug anklagte, retten mich nun vor dem Wahnsinn.

Ich war darauf angewiesen, dass dieser Unerschöpfliche mir dem Unersättlichen den Weg weisen würde. (4)

Auch wenn ich heute zu denen gehöre, die das „Ritual als Prozess“ (5) verstehen, welcher einen klaren Anfang und ein klares Ende haben sollte, so glaube ich doch, dass meine Initiation rund um die Initiation auch schon Initiation war – also irgendwie dazu gehörte und meinen ganz persönlichen Weg ins Mann-Sein beschrieb.
Ich war gezwungen den „berechnenden Verstand“ (6) auszuschalten – nein ich hatte das Gefühl, dass zwar wirklich galt, „dass es Gott denen, die Ihn suchen nicht so schwer macht“ (7), aber diese Suche war keine Suche, wie wir sie mit unserem dualistischen Denken (8) beschreiten könnten. Sie bedeutete, wirklich loszulassen und es passieren zu lassen.
Hier ging es nicht mhr darum, dass ich irgendetwas hätte kontrollieren können.

Die Tage in der Natur waren geprägt von einer Mystik, wie ich sie brauchte. Hier wurden mir keine Vorträge gehalten (9) im Sinne von „Wie helfe ich mir selbst“ und „Wir machen jetzt das und dann hat es das zur Folge“. Das, was hier passierte, war keine Therapeutik oder eine Art Coaching. Nein, irgendwie wurde mir in diesen Tagen alles zum Symbol – ja sogar zum Sakrament. Es war Seine ganz persönliche Ansprache an mich.

Während der MROP 2021 verspürte ich große Trauer, gewaltige Wut, krasse Angst und manchmal auch Einsamkeit und ich bin Gott dankbar, dass mich niemand in den Arm genommen hat, ja dass ich nicht einmal die Möglichkeit dazu erkannte, dies eventuell einzufordern. Nur so war ich bereit, diese „Art symbolischen Tod“ (10) zu sterben. Ich war bereit, das Sterben zu lernen, bevor ich einmal sterben werde.

Heute ist mir klar, dass ich schon vorher tausende Tode gestorben war. Nie tat ich das in Gemeinschaft, nie hatte ich erkannt, dass ich auf Gott zu und durch etwas durchsterben konnte und nie zuvor war mir klar, dass das Sterben zum Leben gehört. Erst hier in der Natur für die Tod und Leben eins zu sein scheinen, wurde mir das klar.

Für mich gibt es heute ein „deutliches Vorher-Nachher“ (11). Es gibt ein Danach, nachdem ich das „Fürchte Dich nicht… Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, … Benaja!“ (12) vom Großen Ganzen empfangen habe. Ich trage diesen Namen heute sogar in meinem Pass und ich weiß, dass die Initiation nichts ist, was ich mir hätte verdienen können (13).

Die Identität, die ich heute leben darf, ist eine ins Leben initiierte Identität. Sie ist Gnade und Geschenk. Sie ist aber ebenso Beginn und Auftrag, denn sie hat mich verändert. Ich kann, was ich erfahren habe, nur behalten und genießen, wenn ich es weitergeben und als lebendiges Zeugnis diene. Unglaublich dankbar bin ich den Männern, die den Weg vor mir gegangen sind und die mir zur Verfügung gestellt haben, wovon ich heute berichten darf.

Nun heißt es, den Weg mutig vorangehen und das bedeutet auch, das Feuer heiß zu halten. Dies kann ich nicht allein und brauche die Gemeinschaft und Verbundenheit der Brüder – derer die schon waren, die sind und die noch kommen werden – dafür, denn auch ein Holzscheit verliert seine Energie, nimmst Du es aus dem Feuer. (14)

Meine Vater-Wunde ist verheilt, denn ich habe meinen wirklichen Vater gefunden – Er ist größer, unerschöpflicher, liebender und wilder, als ich mir je hätte vorstellen können – und ich verstehe Ihn immer noch nicht! Hierzu möchte ich mit einer kurzen Erzählung enden, die in Worte fasst, was geschehen ist.

Und ja, Geschichten, sie sind es, die mich mit Euch verbinden….

„Zu einem Schüler, der ständig am Beten war, sagte der Meister: ‚Wann wirst du aufhören, dich auf Gott zu stützen und lernen, auf eigenen Füßen zu stehen?‘
Der Schüler war erstaunt: ‚Aber gerade Ihr habt uns gelehrt, Gott als unseren Vater anzusehen!‘
Der Meister: ‚Wann wirst du lernen, daß ein Vater nicht jemand ist, auf den man sich stützen kann, sondern jemand, der dich von deinem Anlehnungsbedürfnis befreit?‘“

Anthony de MelloWo das Glück zu finden ist, Freiburg i.B. 1994, S. 309.

Ach, und noch was … ich führe seit mehr als einem Jahr eine stabile Beziehung mit einer ganz bezaubernden Frau. Wer hätte das gedacht?

Seid behütet und gesegnet Brüder!

Kolja Benaja

(1) Peter Handke zitiert in Die Krise der Narration von Byung-Chul Han, Berlin 2023, S.7.
(2) Vgl. Die Vaterwunde in Richard RohrVom weisen Mann zum wilden Mann, München 2006, S.90ff.
(3) Richard RohrAdams Wiederkehr, München 2013, S. 226.
(4) Vgl. Paul Claudel „Das Unersättliche kann sich nur an den Unerschöpflichen wenden.“ aus Andreas KnappLebensspuren im Sand, Freiburg i.B. 2015, S. 21.
(5) Richard RohrAdams Wiederkehr, München 2013, S. 226.
(6) A.a.O., S 224.
(7) Anonyme Alkoholiker, S.54.
(8)Vgl. Richard RohrStille und Mitgefühl, München 2015, S. 95ff.
(9) Vgl. Richard RohrAdams Wiederkehr, München 2013, S. 226.
(10) Richard RohrAdams Wiederkehr, München 2013, S. 228.
(11) A.a.O., S. 229.
(12) Vgl. Jesaja 43,1.
(13) Richard RohrAdams Wiederkehr, München 2013, S. 230.
(14) Vgl. John Wesley paraphrasiert von Richard Rohr in einem Video, welches sich an initiierte Männer richtet, https://www.youtube.com/watch?v=K_WrbYnI7aw

Erwartet das Beste!

Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest, fröhliche Feiertag und einen guten Rutsch ins Jahr 2024. Mögen diese besonderen Tage und Nächte uns und der Welt Frieden bringen.

Franziskanische Wanderung

„Franziskanisch Wandern“ heißt Reduzierung auf das Einfache, Verzicht auf Annehmlichkeiten, ein bewusst herbeigeführtes angewiesen Sein auf Andere und ihre Hilfsbereitschaft und Unterstützung. Wer ohne Zelt oder Tarp wandert und keine Unterkunft organisiert hat und kein Geld für Übernachtung einplant hat, ist auf das Wohlwollen vom Menschen angewiesen, die bereit sind spontan sieben fremde Männer für eine Nacht unentgeltlich unterzubringen.

Tatsächlich hat es funktioniert! Die Angesprochenen haben sich unseres Problems angenommen, haben nach einer Lösung gesucht und uns an Ansprechpartner im Dorf vermittelt. Unsere Freude und Dankbarkeit war groß, als wir in einer Alten Schule, einem Kolpingheim und einem Sportheim unterkamen und dort nicht nur die Toiletten sondern auch die Küche benutzen durften. Durch die Offenheit und das Vertrauen entstand Verbundenheit und Brüderlichkeit, mit den Gastgebern und auch innerhalb der Gruppe. Das Gefühl, getragen zu sein, ist für mich tröstlich und tief berührend. Ich fühle mich verbunden mit den Menschen, denen ich begegnet bin, mit der Natur und mit mir selbst. Ich wurde reich beschenkt.
Danke!

Heinrich

Wieder fühle ich mich in diesen Tagen ganz besonders mit der Welt und dem Leben verbunden; und das auf allen Ebenen:
ICH – einige Routinen und manchen Luxus muss ich loslassen und stattdessen die Ungewissheit gelassen und heiter annehmen.
DIE GRUPPE – beinahe rund um die Uhr sind wir zusammen. In einigen Momenten ist das auch ein Aushalten, aber sehr viel öfter ein Staunen. Jeder bringt seine eigenen besonderen Fähigkeiten ein, sodass wir total bereichert und für alles gewappnet unterwegs sind.
DAS GROSSE GANZE – tagsüber beherbergt, beschenkt, besonnt und auch beregnet uns die Schöpfung und abends dürfen wir Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Dorfgemeinschaft bei der Quartierssuche erleben. Schon 16-mal habe ich in unterschiedlichen Gruppenkonstellationen eine franziskanische Wanderung unternommen – so viel Tiefe und Gleichklang wie dieses Mal mit uns initiierten Männern habe ich dabei noch nie gespürt.

Daniel

Gehen zusammen und einzeln, Schritt für Schritt, zunehmend geerdet, im Hier und Jetzt, in Kontakt. Wir Sieben einigen uns erstaunlich schnell: Wohin soll es heute gehen? Wie wollen wir einen Schlafplatz finden? Wie wollen wir dafür sorgen, dass alle gut genährt sind? … Ich bin überrascht, wie gut das geht, obwohl ich vorher nur einen von allen kannte, bin überrascht, wie viel Hilfe wir in den Dörfern erfahren, lerne anzunehmen, was mir geschenkt wird, freue mich über die Impulse der anderen Männer. Wir unterstützen uns.
Ich nehme viel mit nach Hause.

Uli

Gestartet sind wir als sieben einzelne Männer.
Unterwegs hat uns Mutter Erde reichlich mit ihren Gaben erfreut (Pilze, Brombeeren, Äpfel, Birnen, Pflaumen und Mirabellen).
Das Sauerland hat uns mit abwechslungsreichen Wanderwegen und traumhaften Aussichten verwöhnt.
Die Sauerländer haben uns mit offenen Herzen empfangen und als Dorfgemeinschaft selbstlos Übernachtungen für uns organisiert.
Wir Männer haben mit unterschiedlichen Impulsen unsere eigene Spiritualität für die anderen erlebbar gemacht.
Angekommen sind wir als vertraute Gruppe und voller Dankbarkeit.

Wolfram

In einer Ecke war ich, zusammengekauert. Nun, geht es raus, in den Zug, in den Bus, in den Wald, mit dem Rucksack, auf die Beine. Sie tragen mich, meine Füße. Ich werde getragen von der Gruppe. Ich falle, aber ich falle nicht, also schwebe ich, ich schwebe nicht, die Erde trägt mich. Die Gruppe, ein Chaos, das sich sortiert und findet. Geschichten, die sich öffnen, mir öffnen, und mich öffnen. Vertrauen.Gemeinschaft, Landleben, ich habe Urvertrauen in unsere gemeinsame Fähigkeit,dass wir gemeinsam etwas finden. Endlich!

P.

So ganz versteht man den Segen erst am Ende. Zwischendurch war es auch richtig anstrengend soweit mit dem Rucksack zu laufen. Gar nicht anstrengend, nur manchmal etwas spannend war es, mit den Männern unterwegs zu sein, den Weg zu finden und schließlich eine Übernachtung geschenkt zu bekommen.
Am Ziel angekommen, zurück schauend: Was für ein Geschenk: Mit Männern unterwegs zu sein, spirituelle Erfahrung und Sehnsucht teilen, in der Natur zu gehen und zu verweilen. Sehen wie die Jungen (drei Männer der Jungmännerinitiation 2022) und die Alten zusammen gehören – wie wunderbar. Mit jedem ein Stück Weg gegangen, eine Prise Leben geteilt.
Danke Euch allen!

Hartmut

Männerpfade open council

von Uwe Grohmann

Council  
                                                                          
Seit ich Council mit anderen Männerpfade Brüdern im Eschwege Institut kennen und lieben lernte, hat es mich in verschiedenen Formen begleitet und mein Blick auf Council sich immer wieder etwas verändert. Wichtig sind mir:

Der Kreis

Wir sitzen alle in einem Kreis. Alle sitzen gleich weit voneinander entfernt, niemand ist „Vor-Sitzender“ Unsere Gesichter sind einander zugewandt, unsere Rücken schirmen den Kreis nach außen und geben Sicherheit. Wir alle tragen Verantwortung für diese Sicherheit, in dem wir nichts aus dem Kreis nach außen tragen.
Unsere Kommunikation folgt dem Bild des Kreises. Kein Hin- und her, keine Gegenrede, keine Diskussion. Was gesagt wurde, darf stehen bleiben. Es erfordert keine Reaktion, kann auch zu einem späteren Zeitpunkt seine Wirkung entfalten.

Das Feuer

Wir haben eine Mitte, auf die wir uns fokussieren. Das Entzünden des Feuers zeigt uns, dass wir uns mit etwas verbinden, dass größer ist, als wir selbst. Die Symbolische Wärme des Feuers geben auch wir im Miteinander weiter.

Der Stab

Symbol der Klarheit und der Strukturierung in einer offenen Umgebung. Es spricht wer den Stab hat. Der Rhythmus des Aufnehmens, Sprechens, Ablegens sorgt für Aufmerksamkeit von Sprecher und Hörern für das Gesagte, in der Sprechpause darf es seine tiefere Wirkung entfalten und wird nicht
sofort vom Neuen überdeckt.

Ent-Spannung

Council entsteht bereits im Miteinander sein, es muss nichts passieren, wir müssen nichts leisten. Wir lassen uns Zeit, bis etwas Relevantes zu erzählen ist. Wir sind achtsam für das was im Kreis und das was in uns sich zeigen will.

Männerpfade Open Council

Bei Männerpfade counceln wir eigentlich immer, wenn wir uns sehen. Und als der direkte Kontakt nicht möglich war, ist das Männerpfade Open Council über Zoom entwickelt worden. Inzwischen ist es ein festes Angebot geworden. Und das hat viele Gründe:

Council passt gut zur strukturierten, etwas umständlichen Kommunikation über Computer. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich auch Online viel Nähe und Vertrauen im Kreis aufbauen kann. Die regelmäßigen, 14tägigen Treffen ermöglichen es uns allen, die wir ja weit verstreut leben, den Kontakt zu den Brüdern und zur eigenen Erfahrung der Initiation zu halten.
Für neue Interessierte Männer, die keine persönlichen Kontakte haben, sondern im Netz auf uns aufmerksam geworden sind, bietet es die niedrigschwellige Möglichkeit Männerpfade kennen zu lernen. Die Erfahrung zeigt, dass alleine der Umgang und die Offenheit der Männer untereinander bemerkenswert erlebt wird. Einige Anmeldungen zur MROP sind bereits gefolgt.

Von daher: Wenn Du an einem Dienstag oder Donnerstag (Termine auf der homepage) den Wunsch nach brüderlichem Austausch hast, klicke ab 19:50 auf den Link und einer von uns heißt Dich im Kreis willkommen. Um 20:00 geht’s los. Wir freuen uns auf dich (Manfred, Walter, Stefan und Uwe)

Wirklichkeit und Abbild

Die plötzliche Situation an einem sonnigen Vormittag, als sich auf der Wand das Abbild der Rankhife für den Weinstock abzeichnete.

Was sehe ich mehr, das Original oder das Abbild? Wie sehr entspricht das Abbild noch dem Original? Was sagt das Abbild über die Qualität des Hintergrundes? Ist das, um was es eigentlich geht – der Rebstock – überhaupt noch im Blick?

Als ein Beispiel fällt mir die bevorstehende Fußball-WM in Katar ein. Was ist das Original und was nur ein gewaltiges Abbild und um was geht es eigentlich? Geht es um Fußball? Geht es darum, Weltmeister zu werden? Geht es darum, sein Können zu zeigen, um anschließend in einer noch „besseren“ Mannschaft spielen zu können? Und um was geht es für die Zuschauer? Um einen Sieg, um Entspannung, um Spaß oder um was sonst.
Fußball wird oft als die schönste Nebensache der Welt bezeichnet. Das will ich wohl glauben, wenn ich meine Enkeltochter mit dem Fußball erlebe. Und viele begeistern sich am Fußball, nicht nur an den ganz großen Ereignissen und an den „ganz großen“ Mannschaften – nein, auch im ganz kleinen. Und wahrscheinlich brauchen die kleinen Kicker die großen Vorbilder. Aber wie sieht es umgekehrt aus: ist den großen Kickern noch bewusst, welche Verantwortung sie haben? Und dass sie ohne die vielen fußballbegeisterten Menschen allein im Stadion wären?

Ist der Fußball auch wieder nur ein Speigel der Gesellschaft? Wenige, die ganz oben spielen. Gut, hier sind die Akteure nicht so ganz klar zu erkennen und machmal ist auch nicht klar, wer gerade gegen wen spielt. Fairplay?

Vor kurzem habe ich bei einem Männertreffen das Spiel: „ich kämpfe fair“ erlebt. Es beginnt mit diesem gegenseitigen Versprechen, fair zu kämpfen. Es gibt keinen Schiedsrichter. Der Kampf besteht darin, den anderen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dazu haben die beiden Kämpfer die Handflächen ihrer Hände aneinander. Die Kunst besteht jetzt darin, durch Schieben, Drücken, Stoßen, Zurückziehen den anderen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Gekämpft wird 3 Runden. Danach wird dem Gegner die Anerkennung ausgesprochen: „Du hast fair gekämpft!“
Und selbst bei diesem Spiel kann die Motivation sehr unterschiedlich aussehen, „ich will gewinnen“ oder „ich will mich nicht aus dem Gleichgewicht bringen lassen“ oder „ich will etwas dazu lernen“ und sicher gibt es noch mehr Motivationen.

Mich hat das Bild sofort angesprochen. Am meisten sagt es mir wohl: Schau mal genauer hin!

Männer Treffen im August 2022 in Rotenkirchen

Zwölf initiierte Männer trafen sich, um sich über folgende Themen auszutauschen: 1) Die Riten bei unserer eigenen Initiation und 2) sich durch Übungen und Gespräche dem Archetyp des Kriegers anzunähern. Es tat uns gut festzustellen, dass die Erinnerung an die Riten, ebenso wie deren Bedeutung während unser eigenen Initiation, bei jedem einzelnen von uns verblasst waren. Beim gemeinsamen Gespräch lieferte jeder ein Puzzle Teil und wir konnten es zu einem guten Bild zusammenfügen. Eingeleitet wurde die Erinnerung durch ein Spiegelritual. Mir wurde klar, dass wir uns selbst so sehen, wie andere uns sehen. Und, dass diese Sichtweise noch unterbewusst bei uns wirksam ist. Daran gilt es immer wieder zu arbeiten, um unser unverstelltes Selbst wahrzunehmen zu können.

Dem Krieger näherten wir uns durch Kampfesspiele an. Wir gelobten fair miteinander, nicht gegeneinander zu kämpfen. Dabei regten uns die Kampfschreie einiger Männer eher zum Lachen, als zum Kämpfen an. Und so kam auch der Humor nicht zu kurz. Abgerundet wurde die Annäherung durch drei verschiedene Yoga-Krieger-Stellungen. Und mir wurde klar, dass Krieger sein nicht nur bedeutet, für eine gute Sache zu kämpfen, sondern auch gegen das eigene überstarke Ego zu kämpfen. Wie es zum Beispiel in der letzten Strophe eines chinesischen Weisheitsgedichtes erwähnt wird.

Magst du in der Schlacht besiegen 1.000 mal 10.000 Krieger.
Wer das eigene ich bezwungen, ist der größte Held und Sieger.

Buchempfehlung zum Thema: Befreiung vom Ego. Wege zum wahren Selbst. Richard Rohr, 4. Aufl., 2018

Dieses intensive Zusammensein stärkte unser Individuum sehr. Manchmal genügte schon ein kurzer Austausch mit einem anderen Mann, um uns spirituell weiterzubringen.

Ich hatte den Verbunden-Sein-Stab vom Männertreffen 2019 mitgebracht und übergab ihn mit Worten der Hoffnung wieder der Erde – der Hoffnung, dass die Coronazeit so überwunden ist, dass wir wieder Treffen in Präsenz durchführen können.

Spontane Situationen gab es auch. Auf unserem Parkplatz hatte sich eine kleine Trommelgruppe gebildet und trommelte. Ein Mann führte dazu einfach einen Indianertanz auf.

Das Treffen wirkte auch in meinem anschließenden Familienurlaub auf einem Bauernhof weiter. Die letzten zwei Tage muhten einige Kühe Tag und Nacht. Die Bäuerin erklärte mir, dass diese Kühe nach einem Jahr jetzt von ihren Kälbern getrennt wurden. Und insgesamt drei Tage nach ihnen rufen. Das wird gemacht, damit die Kühe für die Milchabgabe wieder neue Kälber bekommen. Meine Tochter hatte mir davon schon einmal erzählt. Aber das zu erleben, war etwas ganz anderes. Ich wurde vom Mitgefühl für die Kühe erfüllt. Und mein Verständnis und meine Toleranz für einige vegane Teilnehmer wuchs. In Indien sind die Kühe heilig. Das fiel mir noch ein.

Dadurch, dass wir auf diesen Treffen über alles reden können, trägt das auch zu unserer seelischen Gesundheit bei. Und ich finde, dass Männerpfade dazu einen wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft leistet.

Dieter Büchner im September 2022

Eine Minute für den Frieden

„Während des Zweiten Weltkriegs organisierte ein Berater des Premierministers Winston Churchill eine Gruppe von Menschen, die jede Nacht zu einer bestimmten Zeit innehielten, was auch immer sie taten, um in der Gemeinschaft für den Frieden, die Sicherheit und die Sicherheit der (ansässigen) Menschen in England zu beten. Das taten sie jeden Tag, und es war, als würde die Stadt stillstehen, so groß war die Macht des Gebets.
Das Ergebnis war so überwältigend, dass die Bombardierungen nach kurzer Zeit eingestellt wurden!

Jetzt organisieren wir uns wieder, eine Gruppe von Menschen verschiedener Nationalitäten, um eine Minute lang für die Sicherheit unserer Länder zu beten, für ein Ende der Probleme, die uns unterdrücken und bedrücken, und dafür, dass Gott die Entscheidungen unserer Regierenden leitet.

Wir werden uns zu folgenden Zeiten treffen:
Deutschtland, Österreich, Schweiz 16:00 Uhr
(Spanien 16:00 Uhr, Portugal 15:00 Uhr, Kanarische Inseln 15:00 Uhr, England 15 Uhr, Costa Rica 20 Uhr, Kolumbien 19:00 Uhr, Nicaragua 20:00 Uhr, Ecuador 19:00 Uhr, Guatemala 20:00 Uhr, Mexiko 20 Uhr, Panama 19 Uhr, Honduras 18 Uhr, El Salvador 20:00 Uhr, Venezuela 18 Uhr, Uruguay 17 Uhr, Paraguay 17 Uhr, Brasilien 18 Uhr, Argentinien 17 Uhr, Chile 17 Uhr, Italien 16 Uhr)

Bitte unterstützt uns bei dieser Initiative.  Wir werden jeden Tag zu den festgesetzten Zeiten eine Minute innehalten, um für den Frieden in der Welt zu beten, für ein Ende der Konflikte und für die Wiederherstellung der Ruhe in allen Völkern der Erde.

Wenn wir die enorme Macht des Gebets verstehen würden, wären wir erstaunt. Stell den Wecker jeden Tag auf 16 Uhr und bete eine Minute lang für den Frieden “