Männerpfade im neuen Outfit

von Thomas Andresen

Seit kurzem ist die neue Website von Männerpfade online. Ich habe schon mal auf ihr „gestöbert“.
In klarer Sprache und übersichtlicher Form informiert sie über die Ziele von Männerpfade. Für mich ist sie sehr inspirierend und ich wünsche ihr, dass möglichst viele Männer durch sie auf Männerpfade aufmerksam werden, die Angebote genutzt werden und ein reger Austausch stattfinden wird.
An dieser Stelle ein großer Dank an die „guten Geister“, die viele Stunden investiert haben, um das neue Outfit zu kreieren.
Genauso viel Dank gilt den Männern, die bisher für das Gelingen der „alten“ Website verantwortlich waren.
In brüderlicher Verbundenheit
für den Hüterrat
Thomas

PS: Hinterlasst gern einen Kommentar oder schickt eure Wünsche und Anregungen an das Team Website

Tut um Gottes Willen etwas Tapferes!

von Peter Hebeisen

Am 06. Januar schoss eine Aktie um 17% in die Höhe. 17%! Und das in einem Umfeld, in dem mit den Stellen nach dem Komma operiert wird. Was war geschehen? In Amerika hatten erboste Bürger gerade das Weiße Haus gestürmt, weil sie Betrug und Verrat witterten. Fünf Menschen sind dabei getötet worden. Darauf schoss die Aktie von Smith & Wessen um 17% nach oben. Mich erschüttert dies sehr! Ich finde wahnsinnig, dass die Börse sofort reagiert, wenn irgendwo Anzeichen von Revolution, Bürgerkrieg oder Umsturz zu erkennen sind.* In diesem Fall war es in dem Land, das sich damit schmückt, die älteste Demokratie der Welt zu sein. In ihr sind Anzeichen für noch mehr Spaltung, noch mehr Trennung und damit noch mehr Auseinandersetzung und Gewalt zu sehen. Die
Folge, die Aktie einer Firma, die Waffen herstellt, schnellt nach oben. Ja, ich weiß, es ist nicht das einzige Beispiel und es ließe sich eine lange Liste erstellen, in denen Firmen wie Nestlé, Amazon, Balckrock und Shell vorkämen, in denen über Blutgold zu reden wäre und wo angesprochen werden müsste, dass an der Börse auch auf Hungersnöte gewettet wird. Um es klar zu sagen: Es geht NICHT um eine grundsätzliche Schelte aller Börsengeschäfte oder der gesamten Anleger und Geld verdienen ist nicht prinzipiell verwerflich. Es gibt reichlich ethische Anlagemöglichkeiten, die auch an der Börse gehandelt werden und wo andere Prinzipen als die reine Gewinnmaximierung gelten. Es geht jedoch darum, dass ethische, soziale und humane Werte nicht einfach über Bord geschmissen werden. Auch dann nicht, wenn Meinungsmacher und Meinungsführer einen dazu verführen wollen.
Wohin solches Treiben führen kann und zu was Menschen fähig sind, lehrt uns die Geschichte.
Napalm, agent Orange, Waterboarding und Kinderhandel sind nur die Spitze eines riesigen Eisberges, der sich bis ins Private, in die Familie, in die Partnerschaft hinein erstreckt. Gesellschaftlich umspült ist dieser „Eisberg“ von Begriffen wie Kollateralschäden und Human Resources. Letztere hießen früher mal Personalabteilungen, da kam die Person und nicht einfach die Arbeitskraft zur Sprache und Erzieherinnen hießen früher Kindergärtnerinnen, da war zumindest die Idee, dass sie hegen und pflegen und nicht einfach erziehen, im Wort manifest.
Tut um Gottes willen etwas Tapferes! So ist dieser Monatstext bewusst überschrieben. Der Titel stammt von einem Buch aus meinem Regal. Es beschreibt das Leben des Wuppertaler Pfarrers Karl Immer, der ab 1971 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland war. „Tut um Gottes Willen etwas Tapferes!“ hat jedoch längere und ältere Wurzeln. Sie reichen bis in die Zeit der Reformation. Ulrich Zwingli, der Zürcher Reformator, schrieb diese Worte an die Wand des Züricher Münsters. Sie wurden das Leitmotto über seinem Leben. Karl Immer und Ulrich Zwingli ist gemein, dass sie sich mehr von ihrem Glauben und ihrer Überzeugung leiten ließen, denn von einer Mehrheitsmeinung oder Meinungsmachern.
Immer war es ein Anliegen, dass die Kirche und die Menschen, die sich in ihr bewegen, aus dem Widerstand der Kirche in der NS-Zeit ihre Lehren ziehen und diese Einsichten leben. Zwingli trat mit diesen Worten radikal für die Freiheit des Denkens und der freien Predigt ein. Er wollte die Freiheit, die erstritten war, bewahren.
Mir scheint, dass wir in einer Zeit leben, in der es mehr und mehr Mut braucht, sich für humane, für menschliche Werte einzusetzen. Relativ schnell wird man zum „Gutmenschen“ deformiert. Es braucht Mut dagegen zu halten und weil es Mut braucht, braucht es auch Orte der Stärkung, der Vergewisserung. In dem Zusammenhang denke ich gerne an die Ratsversammlung vor einigen Tagen zurück. In ihr konnte ich erleben, was es heißt, wenn Männer wertschätzend, zuhörend und in gegenseitiger Achtung miteinander unterwegs sind. Ich wünsche mir sehr, dass diese Gemeinschaft nicht einfach bei einem Jahrestreffen gelebt wird, sondern auch während des Jahres Gestalt und Ausprägung findet, die sich bis in die privaten kleinen und größeren Begegnungen hinein erstrecken.
Denn das Tapfere ist nicht einfach da zu finden, wo Großes auf einer (politischen) Bühne bewegt wird, sondern da, wo ethische, menschliche und soziale Überzeugungen gelebt werden. Sei es in einer vergebenden Geste nach einem Streit, sei es in einem Widerwort gegen stumpfe Parolen, sei es in einem Wort gegen das Gegeneinander. Das Große beginnt im Kleinen, sagt Jeff Bezos und der muss es wissen. Männer, ich freue mich ein Teil von Männerpfade zu sein und hier auch Mut und Motivation zu finden, damit ich um Gottes Willen etwas Tapferes tun kann!
Peter Hebeisen, Januar 2021

*Der Text ist vor der Amtseinführung von Joe Biden geschrieben. Was bei der Amtseinführung und in den Tagen danach passieren wird, wissen wir derzeit noch nicht.

Was die Natur für mich vermag

von Heinz Peters

Jetzt bin ich seit dem 20.09.2020 wieder zu Hause vom FIRMing.

Ich bin schon lange in der Natur und die letzten Jahre gerne mit meinem Hund unterwegs.

Diese Naturzeiten sind Zeiten der Ruhe, Zeiten besonderer Wahrnehmungen, Zeiten nur für mich. Eine Art von Meditation.

Aber heute war etwas anders. Früher war da der Wald, da der Hund, da die Natur und irgendwo auch ich. Aber alles war getrennt voneinander vorhanden. So war mein bisheriges Naturempfinden. Heute war alles eins. Ich kann es mit Worten gar nicht beschreiben.

Es war eine wunderbare Verbundenheit mit allem da. Es regnete stark und ich fühlte eine große Ruhe in mir, ich fühlte mich leicht und frei, frei von Schmerzen, Druck und Gedanken. Einfach verbunden mit jedem Baum, Busch, Gras, Pilz, Blatt, Vogel, Wurm und was da sonst noch existiert.

Aber vor allem verbunden mit mir.

Eine unglaubliche Stille und ein starker Frieden in mir und um mich herum.

Diese Stille kenne ich, darf ich sagen, seit meiner Nacht alleine im Thüringer Wald während des FIRMing.

Damals trat sie ein, die Stille und der Frieden, als ich meine Ängste aufgab und mich ergab in das was war.

Ich bin sehr dankbar für dieses, wenn auch kurze Gefühl des Friedens und der Ruhe und der Verbundenheit mit Allem. Es ist aber eine Sicherheit in mir, die mir deutlich macht, dass ich dieses Gefühl ab jetzt immer wieder mal erfahren darf.

Ich freue mich auf meine nächsten Zeiten in der Natur.

Heinz Peters