Eine Minute für den Frieden

„Während des Zweiten Weltkriegs organisierte ein Berater des Premierministers Winston Churchill eine Gruppe von Menschen, die jede Nacht zu einer bestimmten Zeit innehielten, was auch immer sie taten, um in der Gemeinschaft für den Frieden, die Sicherheit und die Sicherheit der (ansässigen) Menschen in England zu beten. Das taten sie jeden Tag, und es war, als würde die Stadt stillstehen, so groß war die Macht des Gebets.
Das Ergebnis war so überwältigend, dass die Bombardierungen nach kurzer Zeit eingestellt wurden!

Jetzt organisieren wir uns wieder, eine Gruppe von Menschen verschiedener Nationalitäten, um eine Minute lang für die Sicherheit unserer Länder zu beten, für ein Ende der Probleme, die uns unterdrücken und bedrücken, und dafür, dass Gott die Entscheidungen unserer Regierenden leitet.

Wir werden uns zu folgenden Zeiten treffen:
Deutschtland, Österreich, Schweiz 16:00 Uhr
(Spanien 16:00 Uhr, Portugal 15:00 Uhr, Kanarische Inseln 15:00 Uhr, England 15 Uhr, Costa Rica 20 Uhr, Kolumbien 19:00 Uhr, Nicaragua 20:00 Uhr, Ecuador 19:00 Uhr, Guatemala 20:00 Uhr, Mexiko 20 Uhr, Panama 19 Uhr, Honduras 18 Uhr, El Salvador 20:00 Uhr, Venezuela 18 Uhr, Uruguay 17 Uhr, Paraguay 17 Uhr, Brasilien 18 Uhr, Argentinien 17 Uhr, Chile 17 Uhr, Italien 16 Uhr)

Bitte unterstützt uns bei dieser Initiative.  Wir werden jeden Tag zu den festgesetzten Zeiten eine Minute innehalten, um für den Frieden in der Welt zu beten, für ein Ende der Konflikte und für die Wiederherstellung der Ruhe in allen Völkern der Erde.

Wenn wir die enorme Macht des Gebets verstehen würden, wären wir erstaunt. Stell den Wecker jeden Tag auf 16 Uhr und bete eine Minute lang für den Frieden “

Wo bist du Adam?

Diese Frage holt mich letzte Woche frühmorgens aus dem Schlaf – und lässt mich seitdem nicht mehr los. Mir ist schon klar, dass ich gemeint bin, aber auf welche Weise? Ich nehme sie mit ins Männerpfade open-council, aber ich merke, eine Antwort braucht noch Zeit. Und mitten im Nachdenken greift Putin die Ukraine an. Plötzlich ist Krieg. Schlag auf Schlag. Bomben, Zerstörung, Hunderttausende auf der Flucht. Nichts ist mehr, wie es noch vor Wochen war (oder doch nur zu sein schien?). Sie ist näher gerückt: die alte Gewalt-Politik, das Recht des Stärkeren, ohne Rücksicht auf Menschen. Direkt vor unserer Haustür. Und das ist beängstigend.

Wo bist du Adam? Am liebsten würde ich sagen: solidarisch mit den Menschen in der Ukraine, bei ihrem Kampf für Freiheit, bei ihrem Leiden an diesem brutalen Überfall. Aber das ist jetzt billig, weil ich es vor dem Krieg auch nicht war. Ich bin jetzt erst jetzt aufgewacht. Wie so viele hab ich „das da im Osten“ nicht wirklich ernst genommen. Heute weiß ich, dass diese Ignoranz Putin nur noch weiter ermutigt hat. Der Preis dafür ist extrem hoch. Jetzt für die Ukrainer. Bald schon für uns alle. 100 Mrd für Rüstung? Kohle und Atomstrom trotz Erderwärmung länger nutzen? Es stehen so viele Weichenstellungen und Auseinandersetzungen an. Was wird aus all den andren drängenden Themen, der Klimakrise, der wachsenden Ungerechtigkeit, dem “großen Wandel”? Diese existenziellen Themen müssen wohl erneut warten. Erst Corona und jetzt Krieg. Punkt: Wie frustrierend, dass ein menschenverachtender Diktator wie Putin die Agenda der Welt so bestimmen kann. Ich bin entsetzt, wütend und ohmmächtig. Alles gleichzeitig.

Wo bist du – bei all dem – Adam? Meine Antwort bin ich bisher schuldig geblieben. Sie ist: Hier, aufgewacht, auf schmerzhafte Weise. Ich weiß, dass ich mich nicht länger hinter Ignoranz und Bequemlichkeit verstecken kann. Ich weiß, dass ich für die Wieder-Verbindung mit der Schöpfung und für eine einfache, ressourcenschonende Lebenspraxis noch klarer eintreten muss. Dass ich praktischer werden muss. Ich lese Bonhoeffer und versuche besser zu verstehen, was Vertrauen und Glaube angesichts der aktuellen Übermacht des Destruktiven bewirken kann. Und ich suche Stille und Natur. Das Innehalten in einer kurzen Auszeit am Meer hilft. Auch das Schreiben dieses Textes ist ein Versuch, mich wieder zu zentrieren und klarer zu werden. Es hilft, zumindest gegen die Hilflosigkeit. Auch wenn das am Krieg nichts ändert.

Ich bin machtlos. Und doch kann ich etwas tun. Und ich spüre, dass ich jetzt noch notwendiger Verbindung brauche, dass ich mir Austausch und gegenseitige Ermutigung wünsche, am besten im Kreis von Männern. Denn die biblische Frage „Wo bist du Adam?“ richtet sich an alle Männer, zu allen Zeiten, immer wieder aufs neue. Verstecken funktioniert nicht. Als Mann bin ich bei der Initiation daran erinnert worden, ein geliebter Sohn Gottes zu sein. Und das hat Folgen, wie uns die 5 harten Wahrheiten sagen. Nein, unser Leben gehört nicht mehr uns allein. Und es gibt viel zu tun.

Ich wünsche mir, dass wir als Männerpfade mit unserem Angebot, Männlichkeit spirituell zu leben, noch sichtbarer werden. Dass wir mehr Männer dafür begeistern, zu ihrer persönlichen Heldenreise aufzubrechen. Die Initiation selbst ist eine Heldenreise: Ein Mann hört seinen Ruf, folgt ihm und geht seinen Weg mutig, mitfühlend, schöpfungsspirituell und engagiert. Er stellt sich seinen Ängsten, seinen Verletzungen und wird dadurch zum „Helden“ und lebt als „Held“: Bei Problemen leistet er seinen Beitrag, sei es durch Spenden, Gebet oder durch konkrete Mithilfe. Er hat einen inneren Kompass, erkennt, was richtig und was falsch ist. Er traut sich, zu sagen und zu tun, was notwendig ist, trotz der sehr menschlichen Angst vor negativen Folgen. Solche Helden braucht unsere Zeit, vielleicht mehr denn je.

Dieser Krieg ist zuerst ein Krieg gegen die Freiheit der Ukrainer. Es ist aber gleichzeitig ein Angriff auf alle wohlmeinenden Menschen und auf Mutter Erde. Er legt offen, zu was Menschen fähig sind, im Guten wie im Schlechten. Ich glaube, wir werden gerade gerufen, unsere Haltung und Werte zu überprüfen, zu zeigen, wohin wir wollen und was wir bereit sind, dafür zu tun.

Das war mein Versuch einer Antwort.

Und wo bist DU, Adam?

Do 3. März 2022

Walter

P.S.

Unser tschechischer Bruder Pavel hat ganz aktuell folgende Spendenmöglichkeit gepostet:
Dear brothers,we are close so close! Our retreat center FORTNA.eu is now used for refuge. We have approximately 40 women and children in our house. … In the moment we have here in Czechia approximately 100.000 refugees, but we expected much more next weeks. War is terrible and this one will be very very bad. If you as our friends want to help little bit our refuges here in Prague, you can send your support to our Fortna account we use as well for our Czech donors… I w ill write down our payment details and I promise we will use money only for refugees or we will resend them to some organizations who will be able to support direct in Ukraine if there will be more than we need.Thank you very much for being with us in this situation in one big circle. Your generosity is great.

For small gifts is possible to use our Fortna account We will send confirmation of gift and our code for refugee donation is 2211.If you will have larger amount of money to donate, I will help you to find our USD account from good local organization helping refugee in big scale.

IBAN: CZ6501000001231202380237
SWIFT: KOMBCZPPXXX

Eine Kerze für den Frieden

Es ist vielleicht unscheinbar, was ich im Moment für den Frieden tun kann: am Abend eine Kerze anzünden und innehalten, ein Lied singen oder ein Gebet sprechen. Ich weiß, es gibt viele Menschen, die tun das eben so. Vielleicht nicht jeden Abend, vielleicht nicht zur gleichen Zeit – aber sie tun es wie ich.

„Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ (Afrikanisches Sprichwort)

Es wäre schön, wenn diese wenige Zeilen viele Männer als Einladung sehen, mit einer Kerze für den Frieden dabei zu sein bei den vielen kleinen Leuten an vielen kleinen Orten.

Hinterlasst gern einen Kommentar.

kindness and self-compassion

Online – Treffen Eurosoul vom 2.2.22

Lieber Bruder, ich möchte Dir in diesem Beitrag von Eurosoul am 2.2.22 berichten, und wie es mir damit ging. Warum am 2.2.22? Wegen des Datums mit den vielen Zweien, oder doch was tieferes?

Der 2.2.22 war Mariä Lichtmess. Der Tag dauert an Lichtmess schon wieder eine Stunde länger als an Weihnachten, und jeden Tag geht es spürbar aufwärts. Früher war Lichtmess das praktische Neujahr, um das die Knechte und Mägde etwas Urlaub hatten und ggf. auch den Arbeitgeber gewechselt haben. Erst dieses Jahr ist mir aufgefallen, dass die Chinesen das im Prinzip immer noch so machen, und einige chinesische Bekannte und Freunde haben sich sehr gefreut, dass ich ihnen zum Jahr des Tigers viel Glück gewünscht habe.

Das Thema bei Eurosoul war „kindness“ und „self compassion“. Wie kann ich das übersetzen? Freundlichkeit und Selbstmitleid, oder doch besser Selbstmitgefühl? An dem Tag war ich noch nicht ganz an Lichtmess angekommen. Dennoch gab es Momente, in denen ich berührt worden bin, und Inhalte, an denen ich mich reibe.

Der Ablauf der Online Eurosoul Treffen hat mittlerweile ein Format gefunden, das sich praktisch immer wiederholt: Kurze Einführung, Anzünden der Kerzen, Einchecken mit Gefühl, ein Gedicht, Stille, eine Geschichte, „Predigt“ über die Geschichte, Fishbowl Council zum Thema, Small Councils (ca. vier Mann) zum Thema, Zusammenfassung im großen Council: „I’ve heard a man say… (ich habe einen Mann sagen gehört…)“, Verabschiedung und Ausblasen der Kerzen. Dieses Vertrautsein mit dem Ablauf hat mir bestimmt geholfen, besser hineinzufinden, gerade weil ich an dem Tag anfänglich nicht sehr präsent war.

Die Geschichte waren diesmal die Puppenbriefe von Kafka: https://www.mimikama.at/aktuelles/puppenbriefe-franz-kafka

Ich habe Kafka aus Schulzeiten ganz anders in Erinnerung; tatsächlich für mich kaum zu glauben, dass das von Kafka ist. Allein schon, dass er die Trauer des Mädchen gesehen und darauf reagiert hat. Vielleicht gerade deswegen hat mich die Geschichte sehr berührt und es ist für mich ein sehr gutes Beispiel für „Wohlwollen“, als was ich „kindness“ am ehesten übersetzen würde. Dieses Wohlwollen hat dem Franz bestimmt viel Zeit und Mühe und vielleicht sogar Überwindung gekostet. Liebe ohne Bereitschaft für mühevolles Wohlwollen ist wahrscheinlich keine Liebe. Franz, dem ich das nie zugetraut hätte, hat damit seine Liebe gezeigt, was mich zu Tränen rührt, auch wenn vielleicht seine Freundin etwas nachgeholfen hat.

In unserem kleinen Kreis bin ich Kenneth wieder länger begegnet, zum ersten Mal nach 2019, wo ich mit ihm auf einem längeren Spaziergang war. Das hat mich sehr gefreut. Diesmal hat er auch ein viel deutlicheres Englisch gesprochen!-). Trotzdem musste ich sehr genau hinhören… Die anderen beiden waren aus dem Nordosten von Tschechien. Einer von beiden hat Geschichten seiner Tiere beigetragen; das wird mir sicher auch in Erinnerung bleiben. Unser Thema war so zwischenmenschliches und zwischentierisches Wohlwollen. Auf Basis der Geschichte des tschechischen Bruders, dass seine Pferde ein krankes Pferd aus dem Stall geschoben haben, sind wir darauf gekommen, dass es auch ein „hartes“ Wohlwollen geben kann, das liebevoller sein kann als ein weiches. Z.B. wenn ich einem Obdachlosen kein Geld gebe, weil er es nur in Alkohol umsetzen würde. Ich ringe damit sehr. Papst Franziskus hat mal gesagt, dass es auch ok ist, wenn der Obdachlose Alkohol kauft, wenn er nur so mit seiner Situation zurecht kommt. So oder so wäre es aus meiner Sicht nach meinem augenblicklichem Stand nicht ok, wenn ich dem Obdachlosen (d,m,w…) keine Zeit und Beachtung schenke mit der Ausrede, Geld würde er eh nur in Alkohol umsetzen.

Zum Schluss bin ich länger im Meeting geblieben. Manche haben sich schwer getan mit der Verabschiedung – Gott sei Dank. Ich hatte so die Gelegenheit noch ein paar Worte mit Erich und Pete zu wechseln; Erich, mein „südostbayrischer“ Bruder aus Wien und Pete, der für mich durchaus ein Vorbild an Wohlwollen ist, auch wenn er spirituell nach außen so ganz anders unterwegs ist als ich. Erst zum Schluss war ich wohl ganz präsent.

Andreas Poschinger

Männerpfade im neuen Outfit

von Thomas Andresen

Seit kurzem ist die neue Website von Männerpfade online. Ich habe schon mal auf ihr „gestöbert“.
In klarer Sprache und übersichtlicher Form informiert sie über die Ziele von Männerpfade. Für mich ist sie sehr inspirierend und ich wünsche ihr, dass möglichst viele Männer durch sie auf Männerpfade aufmerksam werden, die Angebote genutzt werden und ein reger Austausch stattfinden wird.
An dieser Stelle ein großer Dank an die „guten Geister“, die viele Stunden investiert haben, um das neue Outfit zu kreieren.
Genauso viel Dank gilt den Männern, die bisher für das Gelingen der „alten“ Website verantwortlich waren.
In brüderlicher Verbundenheit
für den Hüterrat
Thomas

PS: Hinterlasst gern einen Kommentar oder schickt eure Wünsche und Anregungen an das Team Website

Tut um Gottes Willen etwas Tapferes!

von Peter Hebeisen

Am 06. Januar schoss eine Aktie um 17% in die Höhe. 17%! Und das in einem Umfeld, in dem mit den Stellen nach dem Komma operiert wird. Was war geschehen? In Amerika hatten erboste Bürger gerade das Weiße Haus gestürmt, weil sie Betrug und Verrat witterten. Fünf Menschen sind dabei getötet worden. Darauf schoss die Aktie von Smith & Wessen um 17% nach oben. Mich erschüttert dies sehr! Ich finde wahnsinnig, dass die Börse sofort reagiert, wenn irgendwo Anzeichen von Revolution, Bürgerkrieg oder Umsturz zu erkennen sind.* In diesem Fall war es in dem Land, das sich damit schmückt, die älteste Demokratie der Welt zu sein. In ihr sind Anzeichen für noch mehr Spaltung, noch mehr Trennung und damit noch mehr Auseinandersetzung und Gewalt zu sehen. Die
Folge, die Aktie einer Firma, die Waffen herstellt, schnellt nach oben. Ja, ich weiß, es ist nicht das einzige Beispiel und es ließe sich eine lange Liste erstellen, in denen Firmen wie Nestlé, Amazon, Balckrock und Shell vorkämen, in denen über Blutgold zu reden wäre und wo angesprochen werden müsste, dass an der Börse auch auf Hungersnöte gewettet wird. Um es klar zu sagen: Es geht NICHT um eine grundsätzliche Schelte aller Börsengeschäfte oder der gesamten Anleger und Geld verdienen ist nicht prinzipiell verwerflich. Es gibt reichlich ethische Anlagemöglichkeiten, die auch an der Börse gehandelt werden und wo andere Prinzipen als die reine Gewinnmaximierung gelten. Es geht jedoch darum, dass ethische, soziale und humane Werte nicht einfach über Bord geschmissen werden. Auch dann nicht, wenn Meinungsmacher und Meinungsführer einen dazu verführen wollen.
Wohin solches Treiben führen kann und zu was Menschen fähig sind, lehrt uns die Geschichte.
Napalm, agent Orange, Waterboarding und Kinderhandel sind nur die Spitze eines riesigen Eisberges, der sich bis ins Private, in die Familie, in die Partnerschaft hinein erstreckt. Gesellschaftlich umspült ist dieser „Eisberg“ von Begriffen wie Kollateralschäden und Human Resources. Letztere hießen früher mal Personalabteilungen, da kam die Person und nicht einfach die Arbeitskraft zur Sprache und Erzieherinnen hießen früher Kindergärtnerinnen, da war zumindest die Idee, dass sie hegen und pflegen und nicht einfach erziehen, im Wort manifest.
Tut um Gottes willen etwas Tapferes! So ist dieser Monatstext bewusst überschrieben. Der Titel stammt von einem Buch aus meinem Regal. Es beschreibt das Leben des Wuppertaler Pfarrers Karl Immer, der ab 1971 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland war. „Tut um Gottes Willen etwas Tapferes!“ hat jedoch längere und ältere Wurzeln. Sie reichen bis in die Zeit der Reformation. Ulrich Zwingli, der Zürcher Reformator, schrieb diese Worte an die Wand des Züricher Münsters. Sie wurden das Leitmotto über seinem Leben. Karl Immer und Ulrich Zwingli ist gemein, dass sie sich mehr von ihrem Glauben und ihrer Überzeugung leiten ließen, denn von einer Mehrheitsmeinung oder Meinungsmachern.
Immer war es ein Anliegen, dass die Kirche und die Menschen, die sich in ihr bewegen, aus dem Widerstand der Kirche in der NS-Zeit ihre Lehren ziehen und diese Einsichten leben. Zwingli trat mit diesen Worten radikal für die Freiheit des Denkens und der freien Predigt ein. Er wollte die Freiheit, die erstritten war, bewahren.
Mir scheint, dass wir in einer Zeit leben, in der es mehr und mehr Mut braucht, sich für humane, für menschliche Werte einzusetzen. Relativ schnell wird man zum „Gutmenschen“ deformiert. Es braucht Mut dagegen zu halten und weil es Mut braucht, braucht es auch Orte der Stärkung, der Vergewisserung. In dem Zusammenhang denke ich gerne an die Ratsversammlung vor einigen Tagen zurück. In ihr konnte ich erleben, was es heißt, wenn Männer wertschätzend, zuhörend und in gegenseitiger Achtung miteinander unterwegs sind. Ich wünsche mir sehr, dass diese Gemeinschaft nicht einfach bei einem Jahrestreffen gelebt wird, sondern auch während des Jahres Gestalt und Ausprägung findet, die sich bis in die privaten kleinen und größeren Begegnungen hinein erstrecken.
Denn das Tapfere ist nicht einfach da zu finden, wo Großes auf einer (politischen) Bühne bewegt wird, sondern da, wo ethische, menschliche und soziale Überzeugungen gelebt werden. Sei es in einer vergebenden Geste nach einem Streit, sei es in einem Widerwort gegen stumpfe Parolen, sei es in einem Wort gegen das Gegeneinander. Das Große beginnt im Kleinen, sagt Jeff Bezos und der muss es wissen. Männer, ich freue mich ein Teil von Männerpfade zu sein und hier auch Mut und Motivation zu finden, damit ich um Gottes Willen etwas Tapferes tun kann!
Peter Hebeisen, Januar 2021

*Der Text ist vor der Amtseinführung von Joe Biden geschrieben. Was bei der Amtseinführung und in den Tagen danach passieren wird, wissen wir derzeit noch nicht.

Was die Natur für mich vermag

von Heinz Peters

Jetzt bin ich seit dem 20.09.2020 wieder zu Hause vom FIRMing.

Ich bin schon lange in der Natur und die letzten Jahre gerne mit meinem Hund unterwegs.

Diese Naturzeiten sind Zeiten der Ruhe, Zeiten besonderer Wahrnehmungen, Zeiten nur für mich. Eine Art von Meditation.

Aber heute war etwas anders. Früher war da der Wald, da der Hund, da die Natur und irgendwo auch ich. Aber alles war getrennt voneinander vorhanden. So war mein bisheriges Naturempfinden. Heute war alles eins. Ich kann es mit Worten gar nicht beschreiben.

Es war eine wunderbare Verbundenheit mit allem da. Es regnete stark und ich fühlte eine große Ruhe in mir, ich fühlte mich leicht und frei, frei von Schmerzen, Druck und Gedanken. Einfach verbunden mit jedem Baum, Busch, Gras, Pilz, Blatt, Vogel, Wurm und was da sonst noch existiert.

Aber vor allem verbunden mit mir.

Eine unglaubliche Stille und ein starker Frieden in mir und um mich herum.

Diese Stille kenne ich, darf ich sagen, seit meiner Nacht alleine im Thüringer Wald während des FIRMing.

Damals trat sie ein, die Stille und der Frieden, als ich meine Ängste aufgab und mich ergab in das was war.

Ich bin sehr dankbar für dieses, wenn auch kurze Gefühl des Friedens und der Ruhe und der Verbundenheit mit Allem. Es ist aber eine Sicherheit in mir, die mir deutlich macht, dass ich dieses Gefühl ab jetzt immer wieder mal erfahren darf.

Ich freue mich auf meine nächsten Zeiten in der Natur.

Heinz Peters